Corona und die Wiedergeburt des „Heim“-Spiels (1)

Die Welt ist und wir sind mit einer beispiellosen Krise konfrontiert. Diese Pandemie hat mit ihren Einschränkungen erhebliche Auswirkungen auf das körperliche, geistige, seelische und soziale Wohlbefinden der Kinder – ganz unabhängig von der Frage, ob Massnahmen wie der Lockdown von Wirtschaft, Schule und Sport oder (anderen) kulturellen Aktivitäten sinn- und wirkungsvoll sind.

Aktuell dürfen Kinder in vielen Bundesländern nicht mit auch nur einem anderen Kind spielen – nur Kinder unter drei Jahren sind oft ausgenommen. Solche Massnahmen sind dem gesunden Menschenverstand kaum erklärbar – zumal diverse Bundesligen und bald eine Handball-WM gespielt werden, obwohl sich dort trotz Hygienemassnahmen und regelmässiger Kontrollen ständig „positive“ Fälle ergeben. Sind Kinder „Super-Spreader“?

Das Recht auf Spiel ist nach einem Übereinkommen der Vereinten Nationen ein Grundrecht für Kinder – und seine Umsetzung gerade jetzt wichtiger denn je! Derzeit besteht ein erhöhtes Bedürfnis, diesem Recht zur Geltung zu verhelfen. Gemeinsames Spiel stärkt auch das Immunsystem!

In einer Serie von Beiträgen werde ich mich dieser Thematik und Herausforderung widmen, um Eltern, Lehrkräfte und andere Betreuungspersonen in ihrer schwierigen Aufgabe zu unterstützen. Die voraussichtlichen Themen:

  • Die Bedeutung des Spiels in der Corona-Krise
  • Wie Kinder während dieser Krise durch Spiel unterstützt werden können
  • Nachdenken über das Kinderspiel und seine Bedeutung für die Entwicklung 
  • Schwierige Themen wie Verlust, Krankheit oder Tod über das Spiel verarbeiten
  • Laut? Chaotisch? Spiele zuhause gestalten

Spielen hilft Kindern, körperlich und geistig fit zu bleiben. Es hilft dem Kind, mit seinen Sorgen und Emotionen umzugehen und das Gefühl zu bewahren, dass alles in Ordnung ist und sein kann. Auch hilft es, mit schwierigen oder beängstigenden Gefühlen umgehen.
Zeit zum gemeinsamen Spielen, Spass und Freude zu haben, ist immer gut für Ihre Beziehung zu Ihrem Kind – jetzt umso mehr!

Spielen kann auch vor einigen negativen Auswirkungen dieser Krise schützen:

Spielen ist stark mit Kreativität verbunden – es beinhaltet Vorstellungskraft und Problemlösung.

• Spielen hilft kleinen Kindern, sich durch Handeln und Sprechen zu entwickeln. So lernen sie auch zu denken.

• Beim Spielen kann Ihr Kind Ereignisse spielen und wiederholen – dies ist eine Möglichkeit für es, zu verstehen, was passiert.

  • Der Umgang mit Gefühlen hilft Ihrem Kind, sie besser zu kontrollieren, sich leichter mit diesen abzufinden 
  • Durch das Spielen kann Ihr Kind Ärger und Frustration im Geschützen Raum ausdrücken, ohne anderen oder sich selbst Schaden zuzufügen..
  • Durch das Spielen kann Ihr Kind seine eigenen Stärken und Fähigkeiten entwickeln.

Let´s play!