COVID 19-21 & Screen Overload?!

Da erinnere ich mich gerade an meine Zeit als ehrenamtlicher Unterstützer der Verbrauchervereinigung Medien – das war in den 90er-Jahren eine Initiative gegen Gewalt und Pornographie … IM FERNSEHEN! Das Internet war noch nicht sooo weit verbreitet und das Smartphone begann seinen Siegeslauf ja erst 2007. Doch schon damals fand ich den Austausch mit Ärzten, Pädagogen, Psychologen oder speziell dem Medienökologen und Basketball-Fan Neil Postman sehr erhellend. Die Skepsis gegenüber den direkten wie indirekten Wirkungen der „Neuen Medien“ auf die Kinderhirne, -körper und -seelen hat sich längst in konkreten Studien mehr als bestätigt. Die moderne Gehirnforschung wird sehr deutlich.
Was meine ich? 
Kopfschmerzen und Sehstörungen, Sprachprobleme, Defizite in der Körperkoordination und Feinmotorik, hyperaktives Verhalten und Konzentrationsprobleme, Verluste an Motivation, Selbstwertgefühl und „lebendigen“ Sozialerfahrungen, emotionale Ausraster.
Herz-/Kreislauferkrankungen, Übergewicht und Zuckerkrankheit dürften bald weitere Folgen sein.

Und „CORONA“ hat das alles nochmals extrem zugespitzt!

Müssen Kleinkinder bis 5 Jahre wirklich mit dem Bildschirm in Kontakt kommen? Oft mehr als 30 Minuten, nicht selten bis zu 2 Stunden täglich. 6-14-jährige hängen ein Vielfaches dieser Zeit an Smartphone, Tablett, PC und Konsole.

Und ist es ein Trost, zu hören, dass die besonders problematische Nutzung Kinder aus ökonomisch schwächeren und/oder „bildungsfernen“ Familien betrifft? Ist „Digitale Bildung“ wirklich alternativlos? Oder eher kontraproduktiv?!

Fakt ist, dass die sog. „Exekutiven Funktionen“, also das, was uns eigentlich zu Menschen macht, bei Kindern und Jugendlichen zunehmend verkümmern – oder gar nicht erst entwickeln: Impulskontrolle, Aufmerksamkeitslenkung, Problemlösungsfähigkeit, Reflektionsvermögen usw. Dagegen hilft auch keine Impfung! 

Von daher sind all diese aktuellen Einschränkungen der Bewegungsmöglichkeiten, des Natur- und Sozialkontaktes quasi reines Gift für eine gesunde Entwicklung; die radikale Schliessung der Schwimmbäder eine besondere Katastrophe.

Möge dieser Spuk bald zu Ende sein – ob diese „Kollateralschaden“ behoben werden können, muss leider bezweifelt werden – deshalb ab sofort: Mehr Bewegung, weniger Bildschirm, bessere Ernährung (muss nicht teurer sein!), lohnender Schlaf und Freunde treffen, wirklich spielen!