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Schach: Gehirn-Turbo oder eher Zeitverschwendung?

Seit meinem 5. Lebensjahr spiele ich Schach – allerdings mit einer sehr langen Pause von Mitte 20 bis etwa 50. Als ich dann in 2006 ein Engagement als Teamcoach der Deutschen Schachjugend-Olympiamannschaft übernahm, ist diese alte Liebe zum königlichen Spiel wieder erwacht. Und so habe ich an diversen Schulen und sogar an einer professionellen Kinderschachschule in der Schweiz Kurse gegeben und Camps mit veranstaltet. 

So weit so gut. Und jetzt taucht eine „Bodensee-Studie“ auf mit der Frage, ob und wie das Schachspiel tatsächlich die angepriesenen Fähigkeiten wie (logische) Lernfähigkeit, (visuelle)Vorstellungskraft oder Konzentrationsvermögen anregt und steigert – bis hin zur Förderung von Stressresistenz und Sozialkompetenz.

Das Ergebnis gibt zu denken und bestätigt durchaus meine Beobachtungen und Zweifel: 

Denn von all diesen attraktiven Effekten profitieren – so die Studie – gerade mal 3 von 10 Kindern. Für viele andere ist es eher eine „gehobene Beschäftigungstherapie“ oder gar „ungeliebte Zwangsveranstaltung“ zur Entlastung der Eltern.

Was macht den Unterschied? Wann bringt Schach wirklich etwas?

Ganz einfach: Wenn echte Begeisterung im Spiel ist! Und diese kann von „guten“ Schachlehrern zweifellos geweckt werden – „gut“ nicht im Sinne von IQ, ELO oder DWZ, den Wertungszahlen für Schachkompetenz; sondern nach der Fähigkeit, Kinder in ihrer ganzen Persönlichkeit zu würdigen und eine insgesamt spielerische Einstellung zu vermitteln, auch vorzuleben.

Ist dies nicht gegeben, dann bleibt Schach sicher eine der besseren Beschäftigungen, ist aber auch nicht lerneffektiver als Karate oder Klavier, Lego Technik, Fussball oder Handball…

Traditionelle Schachvereine und kommerzielle Schachkursanbieter sind selbstverständlich daran interessiert, die Schüler*innen möglichst lange zu halten und – ähnlich wie Tanzlehrer – die Lernerfolge möglichst kurzschrittig zu halten, um nicht zu schreiben: „unnötig lange und uneffektiv“. 1 Stunde Schach pro Woche? Zeit– und Geldverschwendung!

Um Schach so zu lernen, dass der junge Mensch ordentlich spielen kann, braucht es keine Jahres-Abos! 8-12 „Live“-Lektionen genügen. Zumal gerade Schach selbstorganisiert sehr online trainiert werden kann – echt innenmotivierte, begeisterte Schachtalente brauchen dagegen – wie in jeder anderen Lernleidenschaft – intensive und auch persönliche Begleitung bis zur Best- und Spitzenleistung! 

Kurzum: Schach, aber ja! Aber auch nur dann, wenn Freude und Begeisterung aus dem Kind heraus sprühen …

Mein Lern- & Begabungscoaching beinhaltet übrigens immer Spielelemente, auch aus dem Schach, aber immer mit Bewegung und dem Blick für „das Ganze“…

Hier zum Text zur Schachstudie